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Leif Pellikan, Redakteur Kontakter
Nach Jahren der Sorglosigkeit sehen Kunden nun genauer hin

Eine Breitseite nach der anderen musste Google in den letzten Tagen hinnehmen. Der erste Schuss kam von der „Times“. Die Londoner Zeitung suchte nach extremistischen Videos und stellte die Frage, ob Werbekunden vor solchen Clips erscheinen wollen? Wollen sie nicht. Kunden wie L’Oréal, Vodafone, HSBC, Sky, Audi, McDonald’s sowie die Royal Bank of Scotland haben in Großbritannien ihre Youtube-Kampagnen gestoppt. Gleiches gilt für die Havas-Agenturgruppe. Aber das ist nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Es geht nicht nur um problematische Videos. P&G-Marketingchef Marc Pritchard hatte im Februar bereits die restriktive Politik bezüglich der Messung kritisiert. Hier hat Google vergangene Woche Abhilfe angekündigt. Angekündigt, wohlgemerkt. Auch für problematische Werbeumfelder hat sich Chief Business Officer Philipp Schindler entschuldigt und Lösungen angekündigt. Das Ende der Konfrontation zwischen Kunden und Google ist also nicht in Sicht. Und für diesen Streit ist es höchste Zeit. Jahrelang hatten es Kunden und Agenturen hingenommen, dass ihre Spots und Anzeigen irgendwo auf Youtube geschaltet und irgendwie nach kaum vergleichbaren Metriken abgerechnet wurden. Der Aufwand, genauer hinzusehen, war bislang wohl zu groß. Aber inzwischen ist der Kanal relevant – in Deutschland sorgte Youtube 2016 für geschätzte 180 Mio. Euro Umsatz (S. 16). Das sind TV-Dimensionen.

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