Thomas Hammer ist Redaktionsleiter beim Kontakter
Thomas Hammer ist Redaktionsleiter beim Kontakter © Foto:Thomas Dashuber

Sexistische Werbung | | von Peter Hammer

Tabus brechen: Nichts geht über einen wohldosierten Werbeskandal

Palmers hat es wieder mal in die Presse geschafft. Der Dessoushersteller präsentierte die Tage mit "Unsere Osterhöschen" ein neues Plakatmotiv. Zu sehen sind sechs Mädels, bäuchlings liegend und provokativ nur mit einem knappen Höschen bekleidet. Ein Aufreger nicht nur für die Medien. Auch der Werberat schaltete sich ein. Denn die Models würden "in einer sexualisierten und entwürdigenden Weise" dargestellt werden... und rein als Blickfang dienen".

Palmers zitiert sich mit dem Motiv selbst. Schon 1997 fotografierte Mark Glassner für die Firma ein Frauen-Quintett in gleicher Position - in Strümpfen oder Strumpfhosen. Damals gewagt. Ähnlich sorgte Sloggi, eine Triumph-Marke, 2004 für Proteste und Verbote, weil bei dem Motiv "It's String Time" zu viel Haut und Po zu sehen war. Heute würde sich niemand mehr darüber aufregen. Die Sehgewohnheiten und Moralvorstellungen haben sich geändert. Darum setzt Palmers noch einen drauf und zeigt in "Osterhöschen" sehr junge Frauen. Es könnten auch Minderjährige sein. Das ist der neue Tabubruch, der den gewünschten Effekt bewirkt: ein wohldosierter Skandal, der am Ende die Kassen bei Palmers klingeln lässt. Dennoch fragt man sich: What's next?

Tabus brechen: Nichts geht über einen wohldosierten Werbeskandal

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