Peter Hammer ist Redaktionsleiter beim Kontakter
Peter Hammer ist Redaktionsleiter beim Kontakter © Foto:Thomas Dashuber

Ode an die Bequemlichkeit | | von Peter Hammer

Was TV-Konsum und Influencer-Marketing gemein haben

Wird Fernsehverbot wieder ein ernstzunehmendes Erziehungsmittel? Gut möglich, glaubt man den Ergebnissen einer neuen Studie zu Streamingdiensten der Hochschule Fresenius. Demnach ist es für eine wachsende Zahl junger Konsumenten schlicht zu anstrengend, selber auszuwählen, welche Filme und Serien sie sehen wollen. Stattdessen knallen sie sich lieber aufs Sofa und werfen den Fernseher an: passive Berieselung statt aktives Aussuchen. Wie schon vor 20 Jahren. Die Eltern werden es zu schätzen wissen.

Woran liegt’s? Ist das Entertainment-Angebot zu groß, zu unübersichtlich? Mangelt es an einer benutzerfreundlichen Bedienung? Oder ist es der Bequemlichkeit geschuldet? Zu vermuten ist Letzteres. Schließlich hätte genau diese Gruppe auch gerne ein Pendant zum chinesischen Wechat auf ihren Smartphones. Eine App für alle Lebensbereiche. Wahrscheinlich am besten sprachgeführt via Bot.

Das wirft natürlich ein neues Licht auf die aktuelle Debatte zu Influencer-Marketing. Kritiker sehen den Höhepunkt des Hypes bereits erreicht. Sie warnen, dass die Glaubwürdigkeit des Tools massiv gelitten habe. Mag sein. Aber so lange mir eine sympathische Person heute erzählt, welches Müsli schmeckt, morgen, welche Sonnenmilch schützt und übermorgen, welche Bar angesagt ist – so lange muss ich mir selbst keinen Kopf machen. Und das zählt offenbar.

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