Quartalszahlen | | von Uli Busch

Snapchat enttäuscht alle Erwartungen

Der einstige Social-Media-Superstar Snapchat enttäuscht einmal mit seinen Zahlen für das zweite Quartal. Der Umsatz stieg zwar um über 150 Prozent auf 182 Millionen Dollar, blieb aber dennoch hinter den Erwartungen zurück. Dafür stiegen die Verluste von 116 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum auf jetzt 443 Millionen Dollar. Auch die Nutzerzahlen entwickelten sich nicht wie von den Anlegern erhofft: Sieben Millionen neue tägliche Nutzer gewann die Plattform von Anfang April bis Ende Mai hinzu, was einem Anstieg um 21 Prozent im Jahresvergleich und vier Prozent verglichen mit dem Vorquartal entspricht. Doch von den Analysten waren zehn Millionen neue tägliche Nutzer erwartet worden. Insgesamt nutzen inzwischen 173 Millionen Mitglieder Snapchat jeden Tag.

Bei den Brands ist Snapchat noch immer sehr beliebt. Rund 75 Prozent der 100 größten US-Werbungtreibenden haben im zweiten Quartal Werbung auf der Plattform gebucht. Durch die Einführung der Selbstbedienungsplattform soll dieser Anteil noch steigen. Doch Branchenbeobachter fürchten, dass sich dies künftig ändern könnte. "Ich denke, das langsame Wachstum führt dazu, dass Werbungtreibende und ihre Agenturen genauer auf die Zahlen und andere Analysen in Sachen Kundenverhalten schauen werden", zitiert Business Insider iProspect-Vice-President Brittany Richter. Zwar werden ihrer Ansicht nach die Marketer nicht sofort die Budgets kürzen. Doch das Zeitfenster, um zu beweisen, dass das Werbeangebot für Marken funktioniert und Snapchat Wege findet, um die Zielgruppe zu erweitern, sei nicht mehr sehr groß.

Denn große Marken würden die Plattformen nutzen, die schnell wachsen und als "heiß" wahrgenommen werden. Snapchat könnte seine besten Zeiten schon hinter sich haben - auch wenn der tanzende Hot-Dog-Filter laut Snapchat-CEO Evan Spiegel seit seinem Debut 1,5 Milliarden Mal genutzt wurde und somit der "erste Augmented-Reality-Superstar" ist. Die Börse jedenfalls reagierte verschnupft: Die Aktie brach nachbörslich um über zehn Prozent ein.

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